Historisches Zeugnis
Schlüsseljahrgang der späten 60er-Jahre, der ein Stück Geschichte von Cheval Blanc und Saint-Émilion verkörpert.
Terroir-Signatur
Trotz der Bescheidenheit des Jahrgangs zeigt sich die aromatische Finesse und Eleganz des Weinguts.
Sammlerstück
Flasche für erfahrene Liebhaber, eher für das Erlebnis und die Erinnerung an den Jahrgang als für pure Geschmacksintensität.
Die Cabernet‑Franc‑Ikone von Saint‑Émilion
Feine Patina eines Sammlerjahrgangs
1969

Ein sammelwürdiger Cheval Blanc – seltenes, feinziseliertes Zeugnis eines herausfordernden Saint-Émilion-Jahrgangs.
Château Cheval Blanc 1969
1er Grand Cru Classé A, Saint-Emilion
Herkunft :
France - Bordeaux - Saint-Emilion AC
Rebsorten :
60% Cabernet franc, 40% Merlot
Vinifikation :
Manuelle Lese mit sorgfältiger Selektion – 1969 aufgrund der starken Septemberregen und des begrenzten Potenzials der Ernte besonders entscheidend. Traditionelle Vinifikation in Tanks (damals Beton) mit bewusst sanfter Extraktion, um die durch den Jahrgang ohnehin empfindlichen Tannine nicht zu verhärten. Gärung und Mazeration wurden mit dem Ziel geführt, die aromatische Eleganz zu bewahren, nicht die Kraft. 1969 markiert zudem ein entscheidendes Jahr aus regulatorischer Sicht in Saint-Émilion, mit der Pflicht zur Flaschenabfüllung auf dem Château, was Rückverfolgbarkeit und Qualitätsanspruch für die Grands Crus der Appellation stärkte.
Ausbau :
Ausbau von etwa 18 Monaten in Eichenbarriques in den Kellern des Gutes. Der traditionell hohe Anteil an neuem Holz bei Cheval Blanc wurde bei diesem bescheideneren Jahrgang vermutlich reduziert, um eine von Natur aus leichte Struktur nicht zu überlagern. Der Ausbau diente hier vor allem dazu, Harmonie und Reife zu bringen, weniger dazu, Struktur oder Kraft zu verstärken.
Serviertemperatur :
16-18°C
Trinkreife :
1975 - 1995
Lagerfähigkeit :
Am besten genießen vor 2025
Farbe :
Entwickeltes Rubingranat mit ziegelroten und bernsteinfarbenen Reflexen am Rand, mittlere Intensität, deutliches Zeichen sehr fortgeschrittener Reife.
Nase :
Tertiäre Aromen im Vordergrund: Menthol, Trockenfrüchte (Backpflaume, Feige), heller Tabak, Leder, Waldboden, Trüffel, Humus, balsamische Noten und – bei den besten Flaschen – ein Rest dunkler Frucht und ein Hauch Veilchen.
Gaumen :
Weicher, sanfter Auftakt, leichte Struktur, geschmolzene, zurückhaltende Tannine, noch präsente Säure, die für Spannung sorgt. Gereifte Aromen von Tabak, Mokka, Leder, in Alkohol eingelegten Früchten, mit kurzem bis mittlerem, eleganten, aber an Tiefe und Kraft mangelndem Finale.
Speiseempfehlungen :
Trüffelbrathuhn mit reduziertem Jus, Kalbsbraten mit Morcheln, Rauchkartoffelpüree, Entbeinte Taube mit geröstetem Wurzelgemüse, Gereifter Brie de Meaux oder Saint‑Nectaire