Mythisches Etikett
1968 vom Künstler Bona illustriert, präsentiert sich dieser Mouton ebenso als Kunst- und Sammlerobjekt wie als Wein.
Historische Rarität
Einer der schwierigsten Jahrgänge des 20. Jahrhunderts – begehrt von Komplett-Sammlern und Liebhabern lückenloser Vertikalen.
Zeitzeuge
Eine Flasche, die den Stil von Mouton in einem Extremjahr erzählt – mehr historische als hedonistische Erfahrung.
Die Pauillac‑Ikone zwischen Kunst und Legende
Die Ikone von Pauillac an der Spitze der Bordeaux-Hierarchie
Als Premier Grand Cru Classé der Appellation Pauillac verkörpert dieser Wein die absolute Elite des Médoc. Auf dem Plateau von Mouton gewachsen – einer Kuppe aus tiefen Kiesböden über Kalkstein –, bietet das Terroir ideale Bedingungen für Cabernet Sauvignon. Dieser dominiert die Cuvée und sorgt für Struktur, Intensität und außergewöhnliches Reifepotenzial, während Merlot, Cabernet Franc und Petit Verdot Fülle und zusätzliche Komplexität einbringen. Die bewusst niedrig gehaltenen Erträge gewährleisten eine beeindruckende Konzentration und tragen maßgeblich zu seinem Ruf als legendärer Grand Cru bei.
Wenn Luxus, Kunst und Zeit eins werden
Seit dem 19. Jahrhundert prägt die Familie Rothschild diesen Ausnahmewein mit einem kompromisslosen Qualitätsanspruch und einem ausgeprägten Sinn für Innovation. Der frühe Einsatz der Flaschenabfüllung direkt auf dem Weingut in den 1920er‑Jahren sowie die Tradition der jährlich neu gestalteten Künstleretiketten seit 1945 (unter anderem Chagall, Picasso, Warhol) haben ihn zu einer wahren Kultflasche gemacht. Jede Flasche ist zugleich Sammlerstück und Symbol für französische Lebensart. Gestützt von Bestnoten der internationalen Kritik und einer konstant herausragenden Qualität ist dieser Premier Cru weltweit begehrt – sowohl bei Weinliebhabern als auch bei Investoren, die einen ikonischen Wein mit jahrzehntelangem Lagerpotenzial suchen.

Historische Signatur im Glas
Die Farbe zeigt sich rubinrot mit stark ziegelroten Reflexen, fast mahagonifarben, mit einem weitgehend orangefarbenen Rand. Der Ton ist hell, mitunter leicht getrübt – ein Zeichen für ein sehr weit fortgeschrittenes Reifestadium.
In der Nase dominieren ausgeprägte tertiäre Aromen: feuchter Waldboden, Herbstlaub, weiches Leder, kalter Tabak, Zedernholz. Je nach Flasche können oxidative Noten (Trockenfrüchte, überreifer Apfel, Sherry-Assoziationen) und ein pflanzliches Register von verwelktem Laub überwiegen, frische Frucht ist nahezu nicht mehr vorhanden.
Am Gaumen wirkt die Struktur zart, mit leichtem Körper, vollkommen verschmolzenen Tanninen und einer Säure, die den Eindruck bestimmt. Einige Reminiszenzen von gereiften roten und dunklen Früchten – Backpflaume, in Alkohol eingelegte Früchte – bleiben erhalten, doch die Mitte scheint hohl und das Finale ist kurz, mitunter von leichter Bitterkeit oder einem metallischen Nachhall begleitet. Ein Wein, der heute vor allem als historisches Erlebnis und zur Betrachtung des Etiketts fasziniert, weniger durch hedonistischen Genuss.
1968

Ein rarisierter Sammlerjahrgang, der die Geschichte von Mouton Rothschild widerspiegelt – eher historisches Zeugnis als großer Genusswein.
Château Mouton Rothschild 1968
1er Cru Classé, Pauillac
Herkunft :
France - Bordeaux - Pauillac AC
Rebsorten :
Vinifikation :
Strenge Handlese und Auslese der Beeren, Entrappung und Gärung in Tanks nach den damals üblichen klassischen Methoden des Médoc, mit sehr strenger Selektion, um nur den gesündesten Teil der Ernte zu verwenden. Die Zuckeranreicherung (Chaptalisation) wurde sehr wahrscheinlich eingesetzt, wie häufig in diesem kühlen, wenig reifen Jahrgang, auch wenn das Château dazu keine spezifischen Details veröffentlicht. Für 1968 liegen keine präziseren offiziellen Informationen vor.
Ausbau :
Traditioneller Ausbau des Châteaus in zu 100 % neuen Barriques aus französischer Eiche für etwa 20 bis 22 Monate, mit regelmäßigen Abstichen und Schönung mit Eiweiß vor der Flaschenabfüllung, entsprechend dem Stil von Mouton Rothschild. Für den Jahrgang 1968 werden darüber hinaus keine spezifischen Zahlenangaben kommuniziert.
Serviertemperatur :
16-18°C
Trinkreife :
1970 - 1978
Lagerfähigkeit :
Am besten genießen vor 1980
Farbe :
Stark ziegelrotes Rubin bis Mahagoni, deutlich orangener Rand, niedrige bis mittlere Intensität, teils leicht getrübt.
Nase :
Waldboden, Herbstlaub, Leder, kalter Tabak, Zedernholz, oxidative Noten von Trockenfrüchten und überreifem Apfel, vegetabile Anklänge von verwelktem Laub, Frucht sehr weit zurückhaltend.
Gaumen :
Leichter Körper, vollkommen geschmolzene Tannine, ausgeprägte Säure, geringe Konzentration, Spuren gereifter roter und dunkler Früchte (Backpflaume, in Alkohol eingelegte Früchte), hohle Mitte, kurzer Abgang, teils mit leichter Bitterkeit oder metallischem Ton.
Speiseempfehlungen :
Eher als Meditations- und Sammlerwein allein zu geniessen, eventuell am Ende des Essens, mehr für die historische Erfahrung als als Begleiter zu Speisen geeignet.
